Neugeborenen-Gelbsucht ist weit verbreitet – sie tritt bei etwa drei von fünf Neugeborenen auf. Wenn ein Neugeborenes an Gelbsucht leidet, reichert sich der gelbe Gallenfarbstoff Bilirubin im Körper an. Ist eine gewisse Menge Bilirubin im Blut vorhanden, äußert sich dies in einer Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten.
Diagnose:
Die normale Neugeborenen-Gelbsucht beginnt zwischen dem 3. und 6. Tag und dauert etwa bis zum 10. bis 14. Tag nach der Geburt an. Solange der Bilirubin-Spiegel im Blut einen bestimmten Wert nicht überschreitet, gilt er als unbedenklich.
Behandlung:
Phototherapie
Wenn der Bilirubin-Spiegel einen bestimmten Grenzwert überschreitet, ist eine Behandlung erforderlich, um drohenden Kernikterus und Hirnschäden vorzubeugen. Die Phototherapie stimuliert die Ausscheidung von Bilirubin. Dazu wird die Haut mit blauem Licht bestrahlt. Als Nebenwirkung der Lichttherapie kann ein harmloser, nicht juckender Hautausschlag auftreten. Auch Neugeborene sollten während der Phototherapie ausreichend Wasser trinken, da sie durch das Schwitzen unter dem Licht mehr Flüssigkeit verlieren.
Blutaustausch
In schweren Fällen von Neugeborenen-Gelbsucht mit sehr hohen Bilirubin-Werten ist ein Blutaustausch (Austauschtransfusion) erforderlich. Dies kann zum Beispiel bei einer Rhesusfaktor-Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind auftreten. Bei einer Austauschtransfusion wird dem Kind nach und nach Blut entnommen und durch Blut eines passenden Spenders ersetzt.